Informationen - Mensa Kids & Juniors

Informationen für Eltern

Eltern, Lehrer und Erzieher haben viele Fragen, wenn sie das erste Mal von Hochintelligenz hören. Wir haben einige Themen aufgegriffen. Die Sammlung reißt viele Themen an.

Für außerhalb von MinD verlinkte Seiten übernehmen wir keine Haftung, haben uns aber bemüht, auf Grund unserer Erfahrungen eine sinnvolle Auswahl zu treffen.

Was ist eigentlich der IQ?

Der Intelligenzquotient wurde von Wissenschaftlern definiert, um Aussagen über die relative Intelligenz von Menschen machen zu können. Was ist Intelligenz? Eine eindeutige, allgemein anerkannte Definition gibt es nicht. In der Wissenschaft gibt es ausführliche Umschreibungen wie die, Intelligenz sei die Leistungsfähigkeit bei der Bewältigung unbekannter Aufgaben, aber auch die Kurzformel „Intelligenz ist, was der Intelligenztest misst“.

Der Intelligenzquotient ist das Ergebnis der mittels eines Intelligenztests vorgenommenen Messung. Nicht alle Verfahren benutzen dieselbe Skala, deshalb muss man den Test kennen, um ein erzieltes Ergebnis zu bewerten. Das ist nicht anders als bei Temperaturangaben: Der Meßwert ‚20 Grad‘ sagt wenig, solange nicht klargestellt wird, ob Celsius oder Fahrenheit gemeint ist.

Der IQ wird allgemein als Maßstab für Intelligenz verstanden, doch ein Test kann nur bestimmte Fähigkeiten untersuchen, etwa logisches Denken oder räumliches Vorstellungsvermögen. Andere Aspekte der geistigen Leistungsfähigkeit entziehen sich dagegen einem standardisierten Untersuchungsverfahren. Das gilt für die Kreativität, aber auch für die sogenannte soziale Intelligenz, die ein Mensch beim Umgang mit anderen an den Tag legt. Trotz der bekannten Unzulänglichkeiten bleiben IQ-Tests das beste Untersuchungsinstrument für die Intelligenz, das uns zur Verfügung steht.

Wo kann mein Kind einen IQ-Test machen?

Mensa bietet keine Gruppentests für Kinder an. IQ-Tests bei Kindern werden von allen Kinder- und Jugendpsychiatern, vom schulpsychologischen Dienst und von manchen niedergelassenen Psychologen sowie in sozialpädiatrischen Zentren in Kinderkliniken durchgeführt. Ebenso gibt es in größeren Orten Beratungsstellen, die IQ-Tests anbieten.

Adressen von Beratungsstellen finden Sie u. a. im Fachportal Hochbegabung der Karg-Stiftung.

Kann ich mein Kind bei MinD testen lassen?

Die Gruppentests, die MinD anbietet, sind erst ab 14 Jahren. Mit Ihrem Kind wenden Sie sich zur Testung bitte an einen Kinder-und Jugendpsychologen oder -psychiater, bzw. an eine Beratungsstelle. Bitte informieren Sie sich im Vorfeld, ob die entsprechende Einrichtung kompetent ist bzw. Erfahrung in Sachen Hochbegabung hat.

Was kostet die Durchführung eines IQ-Tests

Bei Kinder- und Jugendpsychiatern übernehmen in der Regel alle Krankenkassen die anfallenden Kosten. Auch der schulpsychologische Dienst kann kostenfrei in Anspruch genommen werden. Allerdings wird in beiden Fällen eine spezifische Fragestellung für die Testung vorausgesetzt.

Bei niedergelassenen Psychologen fallen meist Kosten zwischen 100 und 500 Euro für Testung plus Beratung an. Einige Beratungsstellen sind kostenfrei, allerdings ist das wiederum abhängig vom Träger der Einrichtung.

Wie kann ich Mitglied bei MinD e.V. werden?

Mitglied bei Mensa in Deutschland e.V. zu werden ist ganz einfach. Sie können an einem der Intelligenztests teilnehmen oder vorhandene Testergebnisse einreichen. Weitere Informationen finden Sie auf

und

Wie kann ich Veranstaltungen für mein Kind buchen?

Ein Kind selbst kann sich nicht für eine Veranstaltung anmelden. Sie als Elternteil können das. Jedoch müssen sie Ihr Kind erst in Ihr Profil aufnehmen.Eine Anleitung finden Sie hier.

Wenn Ihr Kind schon ein eigenes Konto hat, können Sie sich als Eltern damit und die Buchung vornehmen.
Falls Sie oder Ihr Kind noch kein Konto haben, müssen Sie sich zuerst registrieren.

Was machen Mensa Kids & Juniors eigentlich so?

Die Mensa Kids & Juniors sind regional sehr unterschiedlich aufgebaut. Allen gemein ist, dass sie sich zu sog. außerschulischem Enrichment treffen, sprich, dass sie gemeinsam Freizeitaktivitäten unternehmen, die Spaß machen und dem Gehirn eine abwechslungsreiche "Nahrung" bieten. Das können Museumsbesuche und Brettspiele sein, aber auch Klettern, Reiten, Artistik, Comiczeichnen, Experimentieren, Gedichte schreiben usw. In einigen Regionen wird auch viel Wert darauf gelegt, dass sich die Eltern in Runden zum Erfahrungsaustausch zusammenfinden. Bitte vor Ort erkundigen!

Es gibt Tagesaktionen, in mehreren Regionen Wochenenden für Familien, die dann aus ganz Deutschland anreisen, und für die Älteren (ab 12 Jahren) auch Camps bis zu einer Woche.

Wer ist der Mensa-Ansprechpartner in meiner Region?

Informieren Sie sich auf unserer Übersicht über die regionalen Gruppen.

Muss man Mitglied sein, um an Veranstaltungen teilnehmen zu können?

Interessierte können an sechs Veranstaltungen bzw. maximal bis zu einem Jahr teilnehmen, ohne Mitglied zu werden.

Anschließend sollte das Kind jedoch entweder bei Mensa in Deutschland e.V. oder bei einer anderen Vereinigung Mitglied werden, die sich ehrenamtlich mit der Unterstützung von hochbegabten Kindern befasst (z.B. DGhK).

Hochbegabung geht häufig mit psychischen Auffälligkeiten einher – stimmt das?

Wenn sich hochbegabte Kinder nicht in einem ihnen entsprechenden Umfeld befinden, können Verhaltensauffälligkeiten entstehen. Darunter fallen bei Unterforderung neben Konzentrationsschwankungen häufig Rückzug oder die Tendenz, die Begabung zu verstecken (eher bei Mädchen) sowie motorische Unruhe (Zappeligkeit) oder Aggressivität (eher bei Jungen).

Umgekehrt: wenn ein Kind diese Symptome zeigt, kann das ein Anzeichen für hohe Intelligenz sein, muss aber nicht. Es empfiehlt sich, solche Auffälligkeiten auf jeden Fall von einem auf Hochbegabung spezialisierten Diplom-Psychologen, Psychologischen Psychotherapeuten oder Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie abklären zu lassen.Sinnvoll ist, wenn der Diagnostiker selbst gut begabt ist, um den Zugang zum Kind zu finden und das Testergebnis entsprechend interpretieren zu können.

Flächendeckende Studien wie die von Prof. Rost in Marburg ergeben, dass Hochbegabte nicht häufiger als Normalbegabte psychische Auffälligkeiten aufweisen, sondern im Gegenteil überdurchschnittlich häufig "gut integriert und schulisch erfolgreich sowie sozial unauffällig, psychisch besonders stabil und selbstbewußt" sind (vgl. Wikipedia)

Mein Kind hat eine ADHS-Diagnose. Könnte es sich statt dessen um Hochbegabung handeln?

Die Beantwortung dieser Frage hängt insbesondere von der Qualität der durchgeführten diagnostischen Untersuchung ab.

Hauptmerkmal einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADS/ADHS) ist ein durchgehendes Muster von Unaufmerksamkeit und/oder Hyperaktivität und Impulsivität, das häufiger und schwerwiegender ist, als es bei Personen vergleichbaren Entwicklungsstandes typischerweise beobachtet wird. Einige Symptome müssen schon vor dem siebten Lebensjahr aufgetreten sein. Eine Beeinträchtigung durch die Symptome muss in mindestens zwei Lebensbereichen auftreten, z. B. zu Hause, in Kindergarten/Schule, in der Freizeit (vgl. Diagnostisch-Statistisches Manual Psychischer Störungen DSM IV-TR).

Betroffene können unfähig sein, Einzelheiten zu beachten, machen Flüchtigkeitsfehler, arbeiten unordentlich und haben häufig Schwierigkeiten, die Aufmerksamkeit bei Aufgaben oder Spielen über einen längeren Zeitraum aufrecht zu erhalten. Aufgaben, die längere geistige Anstrengung erfordern, werden meist als unangenehm empfunden. Daher vermeiden die Betroffenen typischerweise Tätigkeiten, die über einen längeren Zeitraum Aufmerksamkeit, geistige Anstrengung oder hohe Konzentration erfordern.

Die Prävalenz (Vorkommenshäufigkeit) einer AD(H)S liegt weltweit bei etwa 3-5%, die von Hochbegabung bei etwa 2%. Die Wahrscheinlichkeit, dass AD(H)S als Krankheit und Hochbegabung als besonderes geistiges Potenzial gleichzeitig auftreten, ist somit sehr gering (etwa 0,02%).

Wenn ein Kind mit Diagnose "AD(H)S" ausschließlich im schulischen Umfeld unaufmerksam ist (Hausaufgaben zählen ausdrücklich zum schulischen Umfeld!), sich bei geistig anregenden Tätigkeiten oder Anhebung des Anforderungsniveaus jedoch hervorragend konzentrieren kann, ist hinsichtlich der Diagnose Vorsicht angesagt.
Entgegen landläufiger Meinung hilft Methylphenidat (bekannt unter Handelsnamen wie Ritalin, Concerta, Equasym oder Medikinet) nicht nur bei AD(H)S-Betroffenen, sondern durchaus auch häufig bei Gesunden, die ihre Konzentrationsfähigkeit zeitweilig verbessern möchten. Die Wirksamkeit der Medikation "beweist" also nicht die Richtigkeit der Diagnose.

Die Diagnostik von AD(H)S ist umfangreich. Enthalten sein müssen eine fundierte Intelligenzdiagnostik, die Erhebung der bisherigen Entwicklungsgeschichte (Anamnese), ein Konzentrationstest, nach Möglichkeit die Durchführung des DISYPS-II (Fragebogen für Eltern und Schule) sowie eine Überprüfung des aktuellen schulischen Anforderungsniveaus.

Die Diagnostik von AD(H)S sollten ausschließlich Diplom-Psychologen, Psychologische Psychotherapeuten oder Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie durchführen. Optimal wäre, wenn sich die genannten Berufsgruppen sowohl mit Hochbegabung als auch mit AD(H)S und Teilleistungsstörungen (z. B. Legasthenie, Dyskalkulie) oder anderen psychiatrischen Krankheitsbildern (z. B. Autismus, Asperger, Mutismus, Depression) auskennen.

Wenn Ihr Kind die Diagnose "AD(H)S" erhalten hat und Sie Zweifel daran haben, dass diese Diagnose zutrifft, dann lassen Sie Ihr Kind am besten nochmal von einem auf beide Phänomene (Hochbegabung und ADHS) spezialisierten und unabhängigen Experten untersuchen.