Mensa Juniors Ostercamp 2012

Das Ostercamp 2012 fand vom 7. bis 14. April 2012 in Mönchengladbach statt.

Die Projekte

Es gab wieder viele spannende Projekte: Von Sport über Mathematik und Physik, Medizin und Psychologie, Gesellschaft und Sprachen bis hin zu Theater und Film, Ihr hattet die Qual der Wahl.

Sport und Outdoor

Hast du Lust, dich in der freien Natur auszutoben, deinen Kopf mal abzuschalten und deinen Körper richtig an seine Grenzen zu bringen? Magst du einfach nur durch einen Wald rennen, ohne zu fragen, warum du das tust?

Was wir machen werden? Sport! Wir benutzen nicht nur unseren Kopf, sondern auch unseren Körper und powern uns so richtig aus. Laufen, springen, toben, spielen, klettern, geocachen usw. Bist du sportlich fit und dabei?

Historisches Fechten

Asiatische Kampfkünste sind heutzutage weit verbreitet und allen bekannt, aber auch die europäische Geschichte ist voll von Kriegen und Gewalt, die es nötig machten, ausgefeilte Kampfsysteme zu entwickeln und zu erlernen.

In diesem Kurs geht es um die mittelalterlichen, europäischen Kampfkünste, insbesondere um Schwert- und Dolchfechten. Hierfür werden wir uns mit den historischen Quellen zu diesem Thema beschäftigen, viel selber ausprobieren (vorsichtig natürlich) und schauen, wie das Thema in bekannten Filmen umgesetzt wird.

Vorkenntnisse über Kampfkünste sind nicht nötig. Wer auf wilde Schwertgefechte hofft, sei vorgewarnt: Das könnt ihr höchstens mit den ungefährlichen Trainingsdolchen versuchen.

Die Mathematik des Zauberwürfels

Einige Drehungen reichen schon aus, und der Zauberwürfel (Rubik’s Cube) ist auf eine von über 43 Trillionen Arten verdreht. Mit solchen Phänomenen befasst sich die Gruppentheorie, ein bedeutendes Teilgebiet der Mathematik. Dabei wird nicht nur mit Zahlen, sondern auch mit Drehungen gerechnet.

In diesem Projekt lernst du, wie du den Zauberwürfel in wenigen Minuten ohne Anleitung lösen kannst. Dann überlegen wir uns Möglichkeiten, wie wir ihn noch schneller und geschickter wiederherstellen können. Dies alles wird mit Hilfe der Mathematik geschehen: Wir werden Begriffe definieren, Vermutungen aufstellen und versuchen, sie zu beweisen. Es wird zu allem Beispiele geben, und wir werden viel über Mathematik lernen.

Voraussetzung für die Teilnahme ist nur der sichere Umgang mit Termen, dazu Durchhaltevermögen und Spaß an abstraktem Denken.

Die fabelhafte Welt der Zahlen

Zahlen? Jeder kennt Zahlen. Aber kennen wir sie wirklich? In diesem Projekt wollen wir eine mathematische Expedition in das Reich der Zahlen unternehmen. Wir werden altbekannte Zahlen in einem völlig neuen Licht sehen und neue, exotische Zahlen entdecken. Wir werden verbotene Wurzeln ziehen, aus neuen Zahlen alte bauen, in die 4. Dimension reisen, der Unendlichkeit einen Besuch abstatten und noch vieles mehr.

Komm mit auf diese Reise und erfahre, warum Zahlen nicht nur einfach Zahlen sind, sondern manchmal auch natürlich, reell, komplex oder surreal.

Angewandte Statistik

Statistiken werden immer wieder dazu genutzt, eigene Theorien zu stützen oder fremde zu widerlegen. Nicht selten werden innerhalb kurzer Zeit zwei Statistiken zum selben Thema mit komplett unterschiedlichen Ergebnissen veröffentlicht.

In diesem Projekt wollen wir die Grundlagen der Statistik erlernen und selbst Daten zur Erstellung einer solchen ermitteln. Dazu gehören auch die Methoden, mit denen man die Ergebnisse so manipulieren kann, dass die Statistik genau das aussagt, was man aussagen will – und das, ohne die Daten zu verändern.

Künstliche Intelligenz

Wird es wirklich irgendwann denkende Maschinen geben? Was genau versteht man eigentlich unter Intelligenz? Welche unterschiedlichen Standpunkte gibt es in der Debatte um künstliche Intelligenz?

Diese und ähnliche Fragen sollen den Verlauf des Projektes strukturieren. Wir werden anhand von Beispielen und Experimenten die neuere Geschichte der Diskussion um künstliche Intelligenz nachvollziehen, sodass ihr am Ende in der Lage seid, euch eine eigene Meinung zu bilden und diese auch mit guten Argumenten zu verteidigen.

Grundlagen der Programmierung

Programmieren bezeichnet bekanntlich die Tätigkeit, Computerprogramme zu schreiben. Doch was genau sind Computerprogramme und wie funktionieren sie? Wie schafft man es, aus einem für Menschen lesbaren Code ein für den Computer verständliches Programm zu machen?

In diesem Kurs werde ich euch das Programmieren von Grund auf zeigen und erklären und dabei unter anderem die oben gestellten Fragen beantworten. Auch wenn es ein Anfängerkurs ist, können selbst Fortgeschrittene noch etwas lernen.

Astrophysik

Was ist dunkle Materie? Was ist Antimaterie? Was sind schwarze Löcher? Was sind Neutrinos? Was passiert bei einer Supernova? Neben diesen und vielen weiteren spannenden Fragen werden wir in diesem Projekt auch einen Überblick über Elementarteilchen bekommen. Wir wollen uns damit auseinandersetzen, warum das alles überhaupt existiert, wieso Zeitreisen unmöglich sind und weshalb Pluto kein Planet mehr ist. Dabei bekommt ihr auch einen Einblick in die aktuelle Forschung und ihre Ergebnisse.

Gesundheit!

Im Rahmen dieses Projektes werden wir in den Aufbau des menschlichen Körpers und dessen Funktionen eintauchen, vom Gehirn bis zur großen Zehe. Über praktische und theoretische Beispiele nähern wir uns dabei auch der Krankheitslehre, was physische und psychische Krankheiten betrifft, und therapeutischen Maßnahmen, inklusive einigen Einblicken in anwendbare Medikamente.

Mitbringen solltet ihr grundlegendes Interesse für Medizin und Anatomie, weiterführende biologische Kenntnisse sind nicht erforderlich. Die Themenbereiche, die euch besonders interessieren, können wir im Vorfeld gemeinsam absprechen. Schwerpunkte könnten dabei beispielsweise Erkrankungen des Herzens und der inneren Organe sein, aber auch, was euer Frühstück gerade durchmacht, wie man sich bei Rückenschmerzen verhalten sollte oder wie man nach zu kurzen Nächten schnell wieder auf die Beine kommt.

Psychologie

Psychologie ist die empirische Wissenschaft vom Erleben und Verhalten. Was sich hinter dieser Definition verbirgt und was die Möglichkeiten, Schwierigkeiten und Grenzen hierbei sind, soll im Rahmen dieses Projekts betrachtet werden. Wir werden aber auch grundlegende Modelle und Theorien der Teilgebiete der Psychologie besprechen und bei Interesse praktisch erproben. Die Bereiche klinische Psychologie und Psychotherapie klammern wir allerdings aus.

Ein Schwerpunkt wird die sozialwissenschaftliche Forschung sein, also die Frage nach der Überprüfung von Hypothesen durch empirische Maßnahmen wie Befragungen, Feldbeobachtungen und Experimente.

Da wir im Rahmen des Projekts auch kürzere englischsprachige Filme ansehen werden, wären Grundkenntnisse in Englisch sinnvoll.

Historisches Arbeiten

Wir allen kennen Geschichtsbücher, doch wie werden historische Informationen gewonnen und zusammengestellt? Auf welche Weise gelangen Historiker zu ihren Erkenntnissen? Kannst du selbst auch alte Information bekommen, z. B. über deine eigene Familie? Wie helfen dir dabei die vielen Kilometer von Dokumenten in den unterschiedlichen Archiven? Was musst du tun, um an diese Dokumente heranzukommen? Welche Probleme gibt es, und welche Hilfsmittel stehen zur Verfügung?

Wir werden diese Fragen nicht nur beantworten, sondern auch alte Handschriften entschlüsseln, ein Archiv besuchen und weitere erste Schritte auf dem Weg zum historischen Arbeiten gehen.

Weltverbesserung

Als grundlegende Frage für dieses Projekt stellt sich die folgende: Wie können wir die Welt verbessern?

Wir wollen Ideen entwickeln, wie wir die Welt von der persönlichen bis hin zur globalen Ebene optimieren können. Es wird aber nicht nur nach kurz- oder langfristigen Lösungen gesucht, sondern auch nach Gründen für Veränderungen.

Außerdem untersuchen wir bestehende Aktionen von Nichtregierungsorganisationen, die versuchen, die Menschheit in eine politisch, ökologisch und ethisch gewünschte Richtung zu lenken.

Sprachen lernen – eine Geheimwissenschaft?

Die einen quälen sich durch den Englischunterricht, den anderen scheinen selbst exotische Sprachen regelrecht zuzufliegen. Die eine glänzt beim Vokabeltest, aber kann nicht im Ausland nach dem Weg zur Jugendherberge fragen; die andere kassiert eine fünf nach der anderen, chattet aber wie ein Profi in der Fremdsprache. Ein Kleinkind scheint eine Sprache, die ein Erwachsener nur unter großen Anstrengungen lernen kann, mühelos in sich aufzusaugen.

Was gehört alles dazu, eine Sprache zu erwerben? Und wie kann man sich das Lernen vielleicht etwas leichter machen? Dafür, wie man Sprachen lernt, interessieren sich verschiedene Wissenschaften. Wir beschäftigen uns mit dem Sprachenlernen aus lernpsychologischer, sprachwissenschaftlicher sowie didaktischer Sicht – und für Experimente rund ums Sprachenlernen bleibt natürlich auch noch genügend Zeit.

Japan für Anfänger

In diesem Projekt geht es um Japan. Wir befassen uns damit, was es mit dem Land der aufgehenden Sonne auf sich hat, also mit dessen Kultur, Sitten, Religion und Lebensstil. Wir werden uns dabei hauptsächlich an das heutige Japan halten, damit wir versuchen können, die größten Fettnäpfchen zu enttarnen, die in Japan auf deutsche Touristen warten.

Wir werden uns Grundlagen der japanischen Sprache erarbeiten. Auch dabei soll der Schwerpunkt sein, grobe Missverständnisse zu erkennen und vermeiden zu lernen.

Semi-Impro-Theater-Workshop

Der große und dir vermutlich gänzlich unbekannte Atticus Finch sagte dereinst: „Man kann einen anderen Menschen erst dann richtig verstehen, wenn man sich einmal in seine Schuhe gestellt hat und ein wenig darin umher gelaufen ist!“ Wir werden uns also der hohen Kunst der Schauspielerei zuwenden und damit ein rigoroses Praxis-Projekt erleben. Ohne Zettel, ohne Stift. Nur mit Herz und Hirn. Über den eigenen Schatten springen, hinein in eine neue Rolle – und sofort in die nächste.

Von einfachen Schauspiel-Techniken und einem kurzen Blick auf das klassische Theater soll es Schritt für Schritt in Richtung der darstellenden Performance gehen. Rollenspiele, Erzählkunde, Körpersprache – alles inklusive. Dieses Projekt ist für blutige Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen geeignet. An der nötigen Extrovertiertheit und ein bisschen Selbstvertrauen sollte es allerdings nicht mangeln.

Filme machen – Mensa goes Hollywood

Von den 1920er Jahren bis heute, von Stummfilm über Micky Maus bis hin zu Avatar: Jeder kennt viele Filme, egal ob es peinliche Heimvideos aus der Kindheit oder professionelle Kinofilme sind.

Wir werden die Wirkung von Musik und bestimmten Schnitttechniken besprechen und mit dem so erlernten Wissen einen eigenen Kurzfilm drehen, d. h. uns auf der Grundlage weniger Sätze eine Geschichte ausdenken und diese mit bewegten Bildern zum Leben erwecken. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt; die einzige Voraussetzung ist, dass die Ideen umsetzbar sein müssen. Die Teilnehmer bekommen am Ende des Ostercamps eine DVD mit ihrem selbst erstellten Kurzfilm.