Mensa Juniors Seminarwochenende 2010

Das 4. Mensa Juniors Seminarwochenende fand vom 28.10. bis zum 1.11.2010 in Dresden statt.

Das Mensa Juniors Seminarwochenende ist eine Veranstaltung, die sich an intellektuell hochbegabte Jugendliche von 14 bis 19 Jahren richtet. Eine Aufsichtsperson für die minderjährigen Teilnehmer ist vor Ort; es findet aber keine Betreuung rund um die Uhr statt.

In verschiedenen Vorträgen und Workshops werden den Teilnehmern unterschiedliche Gebiete näher gebracht. (Für das Stattfinden eines einzelnen Vortrags kann keine Garantie übernommen werden.) Außerhalb der Veranstaltungen besteht die Möglichkeit zum Kontakt und intellektuellen Austausch mit anderen Teilnehmern und den Referenten.

Die Angebote

Business Intelligence (BI) – Wie große Unternehmen den Überblick über ihre Zahlen behalten (Einführung)

Wachsende Unternehmen freuen sich über steigende Umsätze, aber dahinter stecken oft auch wachsende Probleme. Kleine Unternehmen versuchen am Anfang meistens, mit Excel den Überblick zu behalten, und immer wieder entsteht daraus ein großer Excel-Dateien-Wirrwar, der bei späterer Vereinheitlichung zur Herausforderung wird. Große Unternehmen machen sich oft erhebliche Schwierigkeiten, indem Sie andere Unternehmen dazu kaufen und „mal eben“ integrieren möchten. In diesem Vortrag möchte ich einen Einblick in die abstruse Welt der Herausforderungen zwischen IT und Management und ihrer ebenso bizarren wie auch interessanten Möglichkeiten geben.

Business Intelligence (BI) – Wie große Unternehmen den Überblick über ihre Zahlen behalten Teil 2 (Technik)

In regelmäßigen Abständen präsentieren Unternehmen schöne bunte Diagramme, rote oder schwarze Zahlen und geben Prognosen ab. Dies ist das Ergebnis der Auswertung von Millionen Datensätzen zu Produkten, Abteilungen, Verkäufen, Mitarbeitern und vielem mehr. In diesem Vortrag zeige ich den klassischen Zyklus, den eine Business-Intelligence-Lösung durchläuft. Insbesondere geht es darum, wie man diese aufbauen kann, um am Ende noch durchzublicken. Die Herausforderung beginnt mit dem Datensammeln aus verschiedenen Systemen in eine einheitliche Datenbank über das Erstellen so genannter multidimensionaler Daten-Cubes bis hin zum Bericht für den Manager. Bei Interesse kann zum Abschluss des Vortrags ein Blick auf eine echte BI-Lösung geworfen werfen.

Energie im Spiel (E.i.S.)

Mehr Spaß durch neue Rollen. Das eigene Leben durch außergewöhnliche Körpererfahrungen bereichern. Grenzen erspüren und lustvoll neu definieren. Selbstbestimmtes Spiel durch neue Zugänge zum Bewusstsein. Freiheit – Verantwortung – Vergnügen. Spielen wie ein Kind, Spaß wie ein König, Weisheit wie eine Zauberin.

Eine spezielle Kombination aus Methoden der Schauspielausbildung, verschiedenen Tanz- und Bewegungsstilen sowie den Grundlagen der Atem- und Gesangstechnik eignet sich für Amateure wie Profis gleichermaßen. Je nach Kursteilnehmern passt sich E.i.S. natürlich auch den Anforderungen der unterschiedlichen Alters- und Entwicklungsstufen an. Die E.i.S.-Methode bietet professionellen Schauspielern eine willkommene Gelegenheit sich fortzubilden, Lieschen Müller und Otto Normalverbraucher eine Chance, aus festgefahrenen Bahnen auszubrechen und jungen Menschen mit oder ohne Theatererfahrung ein Forum, ihre eigene Persönlichkeit abseits der Anforderungen des täglichen Lebens zu entdecken und zu entwickeln.

Game Design für Brett/Videospiele

Game-Design bezeichnet die Tätigkeit der theoretischen Konzeption von Spielwelten, Regeln und Charakteren.

Ideenfindung, Story, Charakter und Balancing sind wichtige Bereiche des Game-Designs, auf die ich in diesem Seminar eingehen werde. Nach diesen Erläuterungen wird es Aufgaben geben, die euch helfen, Spiele zu entwerfen.

Historisches Arbeiten

Wie finden Historiker zu ihren Erkenntnissen? Wie kann ich an alte Information z.B. über eine Familie kommen? Wie helfen mir dabei die vielen Kilometer Dokumente in den unterschiedlichen Archiven? Wie komme ich an diese Dokumente heran? Was für Probleme gibt es, und welche Hilfsmittel stehen zur Verfügung? Wir versuchen, diese Fragen bei einem Archivbesuch zu beantworten.

Ich bleib dann mal hier! Die weite Welt des Fernstudiums

Du willst ein exotisches Fach studieren, aber dennoch in deiner Heimatstadt bleiben? Du kannst dich nicht zwischen Beruf und Studium entscheiden? Oder ist Dir ein Studium einfach nicht genug? Dann wäre ein Fernstudium vielleicht das richtige für dich!

Bei diesem Vortrag lernt Ihr mehr über das Leben als Fernstudent/in und seine Vor und Nachteile. Ich stelle seriöse und weniger seriöse Anbieter im In- und Ausland vor, und verrate, wo man auch ohne oder schon vor dem Abitur Fernuniluft schnuppern kann.

IT-Sicherheit

Wir werden uns unter anderem mit Themen wie Vertraulichkeit, Authentizität, digitale Signaturen, Anonymität und Verschlüsselungsalgorithmen wie DES und AES beschäftigen.

Karten zählen beim Blackjack

Wie spielt man Blackjack, und wie kann man sich dabei Vorteile verschaffen? Wir werden in diesem Seminar auf ein paar gute Taktiken beim Blackjack eingehen und anschließend lernen wie man Karten zählt.

Künstliche neuronale Netze

Was sind künstliche neuronale Netze, und wie funktionieren sie? Was kann damit gemacht werden, und wo liegen die Grenzen des Machbaren?

Lesen alter Texte und Handschriften

In diesem Workshop beschäftigen wir uns mit verschiedenen Beispielen älterer – vornehmlich deutscher – Schriftstücke, die für den heutigen Leser auf Grund der anderen Schrift schwer zu lesen sind. Auf diese Weise soll ein erster Einstieg in die umgangssprachlich so genannte „alte deutsche Schrift“ ermöglicht werden bzw. eine Vertiefung von Grundkenntnissen. Außerdem werden allgemeine Techniken zum leichteren Entziffern vermittelt, die auch bei heutigen Schriftstücken hilfreich sein können.

Linguistik – eine Einführung in Rätselform

Dieser Workshop ist ein Streifzug quer durch die Sprachwissenschaft – in Rätselform! Ihr löst harte Nüsse aus der Morphologie, Syntax und Semantik, und schnappt nebenbei einige der Grundgedanken der Linguistik auf.

Die Mär vom freien Willen

Es gibt einen Begriff, der für das Selbstverständnis der Menschen in der westlichen Welt von enormer Bedeutung ist: freier Wille. Vom freien Willen spricht man, wenn es um Entscheidungen geht, um Sterbehilfe, um Schuld und Verantwortung, um Selbstfindung und um Theodizee.

Der Vortrag wird darstellen, warum es diesen freien Willen gar nicht gibt und welche praktischen und philosophischen Konsequenzen diese Erkenntnis mit sich bringt. Vor allem aber soll er weit verbreitete Dummheiten und falsche Vorstellungen entlarven. Ist der Mensch nur eine Ansammlung von Atomen? Kann man dann Straftäter überhaupt nicht verurteilen, oder muss man sie gar umso härter bestrafen?

Das menschliche Gehirn

Kein anderes menschliches Organ ist so komplex und faszinierend wie unser Gehirn. Die „kleinen grauen Zellen“ bilden die Kommandozentrale unseres Körpers und steuern unsere körperlichen Funktionen, unsere Sinne, Gedanken, Emotionen, das Gedächtnis usw. Wie sie dies genau bewerkstelligen wird immer besser erforscht, und auch wenn unendlich Vieles über die spannende Struktur des Hirns noch unklar ist, so ist doch schon viel Wichtiges und Interessantes bekannt. In diesem Seminar möchte ich euch einen Überblick über die verschiedenen Abschnitte des Gehirns und seine Funktionen geben, und so ein wenig Licht ins Dunkel der Schädelhöhle bringen.

Nahtoderfahrung – Versuch einer Erklärung

Menschen, die dem „Tod noch von der Schippe gesprungen sind“, berichten z.B. über „out-of-body experience“, einen hellen Tunnel, visionäre Erlebnisse, Lichterscheinungen oder den Kontakt mit verstorbenen Angehörigen, die mit ihnen sprechen.

Berichte über so genannte Nahtoderfahrungen finden sich in verschiedenen Kulturen. Da es sich dabei um intensive und außeralltägliche Erfahrungen handelt, hinterlassen sie einen tiefen und bleibenden Eindruck.

In meinem Vortrag werde ich unterschiedliche Erklärungsmuster des Phänomens „Nahtod“ vorstellen, auf empirische Studien eingehen und eine umfassende Deutung anbieten, die nicht nur die neurologische Ebene berücksichtigt.

Sprachphilosophie

Die Sprache ist ein wichtiger Bestandteil der menschlichen Kultur. Doch warum spricht der Mensch? Warum musste der Mensch eine Sprache entwickeln? Diese und andere Fragen zu Sprachen sollen mit Fichtes Überlegungen zur Sprachentwicklung erörtert werden. Vorkenntnisse aus anderen sprachphilosophischen Texten sind nicht erforderlich, aber willkommen.

Warum gibt es richtig und falsch? – Die Wissenschaft von Moral und Ethik

Warum haben Menschen einen universellen Moralsinn? Wieso wissen auch Piranhas, dass Mord falsch ist? Und wieso ändern sich unsere Werte dennoch ständig?

Der Vortrag wird nicht davon handeln, wie wir handeln sollen, aber er soll wichtiges Grundwissen dazu vermitteln – Erkenntnisse, auf denen wir unsere Wertevorstellung aufbauen sollten. Er wird darlegen, wieso Menschen und viele andere Spezies über ein soziales Miteinander verfügen und wie ihre Verhaltensnormen zustande kommen.