Mensa Juniors Seminarwochenende 2011

Das 5. Mensa Juniors Seminarwochenende fand vom 28. Oktober bis 1. November 2011 in Königsberg i. Bay. statt.

Das Mensa Juniors Seminarwochenende ist eine Veranstaltung, die sich an intellektuell hochbegabte Jugendliche von 14 bis 19 Jahren richtet. Eine Aufsichtsperson für die minderjährigen Teilnehmer ist vor Ort; es findet aber keine Betreuung rund um die Uhr statt.

In verschiedenen Vorträgen und Workshops werden den Teilnehmern unterschiedliche Gebiete näher gebracht. (Für das Stattfinden eines einzelnen Vortrags kann keine Garantie übernommen werden.) Außerhalb der Veranstaltungen besteht die Möglichkeit zum Kontakt und intellektuellen Austausch mit anderen Teilnehmern und den Referenten.

Die Angebote

Im Vergleich zum MinD-Magazin wurden drei weitere Vorträge hinzugefügt.

Bildung reloaded

Bildung ist die Hauptbeschäftigung junger Menschen. Wer gebildet ist, hat bessere Chancen in der Gesellschaft. Das wissen wir alle. Aber immer wieder erscheint uns die ganze Lernerei nervig, anstrengend und überflüssig. Mit dem Abschluss der Schule oder gar einer akademischen Ausbildung ist die Bildung aber nicht beendet, denn eigentlich lernen wir ein Leben lang. In diesem Vortrag werden wir uns mit einigen Fragen zur Bildung beschäftigen: Muss es wirklich immer eine Eins sein? Wie hat sich das Bildungssystem bis zum heutigen Tag entwickelt? Und wieso ist Bill Gates trotz seines abgebrochenen Studiums der reichste Mensch der Welt geworden? Nehmt Euch etwas Zeit für eine Betrachtung von Bildung unter verschiedenen Aspekten.

Bioengineering – Fluch oder Segen?

Es begann mit dem Klonschaf Dolly, dem ersten erfolgreich geklonten Säugetier. Seitdem führten die enormen Fortschritte in den Biotechnologien zu Experimenten, wie sie sonst nur aus Science-Fiction-Romanen bekannt sind:

Von gentechnisch erzeugten Schaf-Ziege-, Zebra-Pferd- und Löwe-Tiger-Hybriden über im Dunkeln leuchtende Katzen, Schweine und Äffchen, bis hin zu ferngesteuerten Hirschkäfern, Motten und sogar Ratten werden diese Experimente und ihre Motivation in einem kurzen Überblick präsentiert, um anschließend darüber zu diskutieren, wie ihr moralisch und ethisch über diese Themen denkt: Sollte man derartige Experimente durchführen dürfen? Was geht zu weit? Welche Regeln sollten aufgestellt werden? Wohin führen solche Experimente?

Chauvinismus = Glaube an die Überlegenheit der eigenen Gruppe

Im 20. Jahrhundert hat sich im Verhältnis zwischen Frauen und Männern in unserer Kultur viel verändert. Galten früher zahlreiche Männer als frauenverachtende Machos, so verhalten sich kluge Männer heute kooperativ und partnerschaftlich. Männlicher Chauvinismus und Frauenunterdrückung waren lange ein großes Problem. Heute wachsen mitteleuropäische Mädchen in toleranten und sicheren Gesellschaften auf. Sie werden beschützt und unterstützt. Sie dürfen alles tun, was Jungen auch tun dürfen. Haben sie inzwischen sogar mehr Möglichkeiten als die Jungen? Passieren inzwischen vielleicht sogar Dinge, die man als Ausdruck von weiblichem Chauvinismus bezeichnen könnte?

Epigenetik

Epigenetik ist momentan einer der Forschungsschwerpunkte der Mikrobiologie. Sie befasst sich unter anderem damit, welche Auswirkungen Umwelteinflüsse auf die DNA haben und wie die entstandenen Veränderungen vererbt werden. Ein anderer Schwerpunkt ist die Erforschung der Entstehung von Tumoren: Was läuft in Zellen alles falsch, so dass es zur Bildung von Tumoren kommt, und wie kann man sie frühzeitig erkennen?

GLEE im TEE-VEE und Avatare auf Berliner Bühnen!

Sind Musicals doof oder sind sie eine Superidee, um schwungvoll Geschichten zu erzählen? Musicals sind in. Nicht nur Disneys „High School Musical“ lieferte tolle Hits. Doch während viele nur die mit großem Aufwand beworbenen Großproduktionen kennen, existiert vor allem in Berlin seit gut 30 Jahren eine immer größer werdende aktive Off-Szene, die aktuelles, pointenreiches und intelligentes Musiktheater entwickelt und produziert.

Heureka – Jeder ist ein Think Tank!

Kreativitätstechniken als Erfolgsfaktor – was wir von da Vinci, Mozart, Edison und Co. lernen können! Geniale Ideen entstehen nicht einfach nur so in x-beliebigen Köpfen. Der kreative und oft auch spielerische Umgang mit Themen und Herausforderungen kann trainiert werden. Klar, nicht jeder Musiker wird dann automatisch zum Mozart, nicht jeder Ingenieur zum Edison und nicht jeder Linkshänder zum Leonardo da Vinci. Doch es macht Spaß zu verstehen wie sie tickten und was wir uns von ihnen abschauen können.

Historisches Arbeiten

Wie finden Historiker zu ihren Erkenntnissen? Wie kann ich an alte Information kommen, z.B. über eine bestimmte Familie? Wie helfen mir dabei die vielen Kilometer von Dokumenten in den unterschiedlichen Archiven? Wie komme ich an diese Dokumente heran? Was für Probleme gibt es, und welche Hilfsmittel stehen zur Verfügung? Wir versuchen, diese Fragen bei einem Archivbesuch zu beantworten.

Komplexe Zahlen

Was sind eigentlich komplexe Zahlen? In der Schule werden sie gekonnt ausgespart. Dabei sind sie eine der schönsten Seiten der Mathematik. So ist zum Beispiel die angeblich schönste Formel der Mathematik e^(i pi) + 1 = 0 nur mit komplexen Zahlen zu erklären. Aber auch die wunderbar symmetrischen Formen der Julia-Mengen lassen sich auf komplexe Zahlen zurückführen. Viele Anwendungen der Physik benutzen komplexe Zahlen, da es sich mit ihnen, entgegen ihrer Bezeichnung, einfacher rechnen lässt. Dieser Vortrag soll eine kleine Einführung in die komplexen Zahlen geben und ist an alle gerichtet, die die Schulmathematik ein wenig eindimensional finden.

Lesen alter Texte und Handschriften

In diesem Workshop beschäftigen wir uns mit verschiedenen Beispielen älterer – vornehmlich deutscher – Schriftstücke, die für den heutigen Leser auf Grund der anderen Schrift schwer zu lesen sind. Auf diese Weise soll ein erster Einstieg in die umgangssprachlich so genannte „alte deutsche Schrift“ ermöglicht werden bzw. eine Vertiefung von Grundkenntnissen. Außerdem werden allgemeine Techniken zum leichteren Entziffern vermittelt, die auch bei heutigen Schriftstücken hilfreich sein können.

Manipulation durch Medien

Tagtäglich werden wir von Medien aller Art mit Informationen überflutet. Diese Medien sind unsere Versorger mit der „Ware“ Information. Wird unsere Meinungsbildung über die Medien beeinflusst? Wenn ja, wie funktioniert dieser Einfluss? Was sagt die Psychologie dazu? Was können wir aus der Geschichte lernen? Müssen wir die Rolle der Medien im Informationszeitalter besonders kritisch betrachten? Und weshalb wird eigentlich so viel Geld für Werbung ausgegeben? Freut Euch auf Antworten zu diesen spannenden Fragen.

Rettung für mein Referat! – Tipps und Tricks der Theaterprofis

Panik bei Referaten oder Angst vor mündlichen Prüfungen? Wie kann man auf fiese Fragen reagieren, auf die man sich nicht vorbereitet hat? Manchmal ist deutlich spürbar, dass sie nur gestellt werden, um dem Vortragenden oder Prüfling zu signalisieren, dass der Fragende viel mehr Ahnung hat. Wie kannst Du damit umgehen?

Oder Du stehst da und hast plötzlich alles vergessen, worauf Du Dich vorbereitet hattest! Ein Blackout! Was nun? Tipps aus der Trickkiste des Improvisationstheaters für diese und andere Vortrags- und Prüfungssituationen können helfen.

Spezialeffekte

Immer wenn in Filmen oder Serien plötzlich Regen einsetzt, Aliens landen, traumhaft schöne Landschaften zu sehen sind oder jemand einen Motorradsprung über einen Baumarkt macht, ist es mit ziemlicher Sicherheit nicht echt. Wir stellen das Spektrum an Hilfsmitteln vor: von einfachen Sprinkleranlagen und Ventilatoren über Sprengstoff bis hin zu modernster Computergrafik und der Umsetzung von Bewegungsanalysen.

Theater

In diesem Seminar werden wir mit einigen typischen Theater-„Aufwärmübungen“ beginnen, die Körper und Geist auf das Spielen vorbereiten. Diese werden von lustigen über dramatische bis hin zu ernsten Übungen das gesamte Spektrum abdecken.

Danach wenden wir uns der eigentlichen Kunst zu: dem spontanen Spielen von Szenen, dem Improvisationstheater. Nach ein wenig Theorie bezüglich der Grundregeln des improvisierten Schauspielens folgt sofort die Praxis, und wir üben das gerade Erlernte. Dabei sind Theater-Unerfahrene genauso willkommen wie „alte Hasen“.

Warum die Eisenbahn das sicherste Verkehrsmittel ist

Eine kurze Zugfahrt von einem Vorort in eine Großstadt dauert vielleicht 10 Minuten. Dabei fährt der Zug über eine Vielzahl von Weichen. Die theoretische Möglichkeit von Weichenfehlstellungen ist sehr hoch – also wäre es eigentlich sehr gefährlich, mit der Bahn zu fahren. Deshalb gibt es seit dem späten 19. Jahrhundert technische Unterstützung für den Bahnbetrieb, die Fehler verhindern soll.

In diesem Vortrag werdet ihr erfahren, welche technische Raffinessen es schon vor über hundert Jahren gab und wie eine Zugfahrt heute durch moderne Informationstechnologie gesichert wird. Selbstverständlich ist nicht alles rosig. Wo die Schwächen des Systems liegen, wird am Beispiel des Unfalls von Hordorf im Februar 2011 erläutert. Und nebenbei gibt es einen Einblick in den Betrieb stark belasteter Strecken, wieso Verspätungen entstehen und wie sie durch Tricks vermieden werden können.

Wirtschaft und Gesellschaft 2011

Wir leben in hektischen Zeiten. Im Frühjahr 2011 droht die arabische Welt im Chaos zu versinken. Europa steht vor einer Zerreißprobe, weil einige Staaten wirtschaftlich ins Abseits geraten sind und dadurch der Euro bedroht ist. Es fühlt sich so an, als ob Lebensmittel und Benzin jeden Tag teurer werden. Zusätzlich nimmt die soziale Unruhe in Deutschland zu, ein Beispiel dafür ist die steigende Jugendkriminalität. Bis zum Herbst werden diese Ereignisse durch neue abgelöst sein. Wir wollen der Gegenwart auf den Zahn fühlen und werden versuchen, das aktuelle Gesamtgeschehen einzuordnen und eine vorsichtige Prognose zu wagen.